Web2.0 in der beruflichen Bildung

Workshop im Rahmen der DeLFI 2011
05. bis 08. September 2011

E-Learning Technologien sind mittlerweile ein fester Bestandteil der beruflichen Aus- und Weiterbildung, wobei die Vermittlung standardisierter Inhalte und deren Zertifizierung im Vordergrund stehen. Hierbei sind die Lernenden typischerweise Konsumenten der Lerneinheiten mit geringem Einfluss auf Inhalte und Abläufe. Web2.0-Technologien eröffnen neue Möglichkeiten der Partizipation, Interaktion und Motivation von Lernern. Allerdings sind dabei die für die beruflichen Aus- und Weiterbildung spezifischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, welche eine Adaptation der vorhandenen Ansätze zu Web2.0-gestütztem Lernen erfordern. Der Workshop soll Gelegenheit bieten, Erfahrungen und Ergebnisse bezogen auf Web2.0 in der beruflichen Aus- und Weiterbildung auszutauschen und zu diskutieren.

Der Einsatz von Web2.0-Werkzeugen in der Lehre an allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen ist seit längerer Zeit Gegenstand der Forschung und wissenschaftlichen Diskussion, Allerdings lassen sich die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten nicht einfach übertragen, da die Einbindung der Lernenden und teilweise auch Lehrenden in die jeweiligen Betriebe spezifische Herausforderungen mit sich bringen. Unternehmen fürchten häufig die unbeabsichtigte Offenlegung von Betriebsgeheimnissen. Es sind also Vorbehalte zu überwinden bzw. zu berücksichtigen, welche einen freien Informationsfluss behindern. Zu diesen Vorbehalten zählen auch rechtliche Bedenken, die bei (Weiterbildungs-)Unternehmen im Zusammenhang mit nutzergenerierten Inhalten als zentralen Bausteinen von Web2.0 auftreten.

Über Web2.0-Lehr-/Lernplattformen sollen die Zielgruppen nicht nur gemeinsam lernen, sondern auch nachhaltig miteinander kommunizieren und damit auch informelle Lernprozesse anstoßen. Die Evaluation der integrierten Elemente und insbesondere der Web2.0-Technologien ist hier von zentraler Bedeutung, da auf dieser Basis eine stetige Weiterentwicklung (z. B. im Hinblick auf Einfachheit der Benutzung, Zuverlässigkeit und Akzeptanz) der vorgeschlagenen Lehr- und Lernformen erreicht werden kann. Die Mehrwert-Funktionen einer Web2.0-Plattform können allerdings nur dann zum Tragen kommen, wenn genügend Anreize zur Beteiligung vorhanden sind. Dies gilt insbesondere in der Anlaufphase ("Kaltstart-Problematik"). Insgesamt besteht aktuell ein erheblicher Bedarf an wissenschaftlichen Untersuchungen der spezifischen Lernvoraussetzungen (situativ, organisational, individuell), Mehrwerte und Erfolgsbedingungen Web2.0-gestützter partizipativer Ansätze im Bereich des beruflichen Lernens.

Neben den organisatorischen Aspekten der Durchführung von Lernprozessen (z. B. Dauer und Ort), sind im Hinblick auf die Notwendigkeit der Zertifizierung auch Ansätze für die Qualitätssicherung der Web2.0-basierten Weiterbildungsangebote relevant.

Themengebiete

  • Web2.0-Technologien zur Unterstützung lebenslangen Lernens in Unternehmen
  • Einsatz von Web2.0-Technologien in der Lernortkooperation im Rahmen dualer Ausbildungsgänge
  • Partizipative Technologien in berufsbegleitenden/dualen Studiengängen
  • Spezifische Web2.0-Technologien für informelles Lernen und Lernen im Arbeitskontext
  • Anreizsysteme und Management-Strategien für den Einsatz von Web2.0-Technologien in der berufliche Aus- und Weiterbildung
  • Integration von Web2.0-gestütztem Lernen und klassischer Zertifizierung
  • Methoden und Ergebnisse zur Evaluation von Web2.0-gestützten Lernprozessen
  • Nutzung von Web2.0-Technologien für die Qualifizierung besonderer Zielgruppen
  • Fallbeispiele für Web-2.0-basiertes Lernen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Termine

01.07. Frist für die Einreichung von Beiträgen
21.07. Benachrichtigung über die Annahme von Beiträgen
31.07. Frist für die Einreichung der endgültigen Fassung der Beiträge
05.09. Workshop in Dresden

Einreichung der finalen Beitragsfassungen

Die unter Berücksichtigung der Gutachter-Kommentare überarbeiteten zu veröffentlichenden schriftlichen Beiträge im Umfang von maximal 6 Seiten sind im LNI-Format als Word-Dokument einzureichen.

Die Workshopbeiträge werden im Workshopband (inkl. ISBN) der DeLFI 2011 veröffentlicht.

Bitte senden Sie die überarbeiteten Beiträge bis zum 31. Juli 2011 an die folgende Email-Adresse

Programm des Workshops

Zeit Beitrag
09:00 Einführung in den Workshop
09:15 Wie Kirche Good Practice entdeckt und weitergibt: Erfahrungen aus dem ersten Jahr der geistreich-Community
Till Schümmer, Wolfram Schobert, Christina Matschke
09:45 Web2.0-optimierte Berichtsheftführung als Beitrag zur Verbesserung der Lernortkooperation
Daniel Hauswald, Andreas Ueberschaer
10:15 Diskussion
10:30 Kaffeepause
11:00 Impulsreferate
FoodWeb 2.0 – Werkzeuge und Methoden zur Ergänzung von Weiterbildungskursen der Ernährungsindustrie um partizipative und explorative Komponenten
Nils Malzahn, H. Ulrich Hoppe

Towards Graph-Based Recommendations for Resource-Based Learning using Semantic Tag Types
Mojisola Anjorin, Doreen Böhnstedt, Christoph Rensing

Draufhaber.tv: Videoplattform für sozial benachteiligte Jugendliche im Übergangsbereich
Eileen Lübcke

11:15 Diskussion & Systemdemonstrationen der Impulsreferate in wechselnden Kleingruppen
12:15 Sammeln der Diskussionsergebnisse und gemeinsame Reflexion
12:30 Mittagspause
13:45 qualiboXX - Einsatz einer Lernplattform für die Berufsvorbereitung
Katrin Napp, Frank Neises
14:15 Anreizsysteme in der Weiterbildung mittels Web 2.0 Technologien
Nicole Sträfling, Tina Ganster, Sophia Grundnig, Nicole C. Krämer
14:45 Diskussion
15:15 Kaffeepause
15:45 Impulsreferate
Lernnetz 2.0 – Förderung der Sozialkompetenz mit Unterstützung kollaborativer Online-Lerntools – ein innovativer didaktischer Ansatz
Uwe Kranz, Birgitt Achinger

Ein mediendidaktischer Ansatz zur verknüpfenden Vermittlung von Fach- und Medienkompetenz in der beruflichen Qualifizierung – Modellprojekt „effekt“
Sigrid Salzer

16:00 Diskussion & Systemdemonstrationen der Impulsreferate in wechselnden Kleingruppen
16:40 Sammeln der Diskussionsergebnisse und gemeinsame Reflexion
17:00 Abschlussdiskussion
17:15 Ende des Workshops

Workshop-Band

Der Workshopband ist nun hier verfügbar.

Programmkomitee und Organisation

  • H. Ulrich Hoppe (Universität Duisburg-Essen)
  • Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen)
  • Thomas Köhler (Technische Universität Dresden)
  • Nicole Krämer (Universität Duisburg-Essen)
  • Nils Malzahn (Universität Duisburg-Essen)
  • Alke Martens (PH Schwäbisch Gmünd)
  • Claudia de Witt (FernUniversität in Hagen)
  • Daniel K. Schneider (Université De Genève)

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